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Nordamerika/Zentralamerika/Karibik Reiseberichte / Erfahrungsberichte

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Alt 23.02.2013, 18:05   #1
Salamucci
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Registriert seit: 11/2007
Ort: Curacao
Beiträge: 6
Standard ABC - Inseln: (Aruba, Bonaire, Curacao)

Da ich jetzt schon seit einigen Jahren auf Curacao lebe, möchte ich allen die es interessiert, einen kleinen Einblick in die Inselwelt der ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curacao) geben. Auch niederländische Antillen genannte, obwohl Aruba und Curacao eigenständig(-er) geworden sind, Bonaire rückte politisch ein Stückchen näher an Holland.

Wind: Vom Passatwind belüftet, startet Mitte Dezember, Jänner besser, gute Windwahrscheinlichkeit bis Mitte Juli, wobei Ende Juni die Starkwindtage (im Aruba die Starkwind-Surftage: HiWinds: http://www.hiwindsaruba.com
Bin im August schon gut gekitet, sehr selten im September, Oktober und November ist kein guter Wind. Dezember beginnt es wieder.

Temperatur: Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind größer als zwischen Sommer und Winter. Da es in den Monaten Dezember bis Juni windiger ist, und es auch (winterliche) Temperaturen 28 bis 31 Grad hat, ist der Sommer mit unbeständigem Wind, beginnend Ende Juli, vor allem August und September mit bis zu 34 Grad heiss. Im Oktober und November ziehen Regenwolken über die ABC Inseln, bringen so manchen heftigen Regenguss, und auch deutlich Abkühlung (wir hatten mal 26 Grad, brrrr kalt). Dezember beginnt das Spiel der Jahreszeiten von vorne.

Hurricans: Die ABC Inseln liegen außerhalb des Hurricangürtels, weshalb sich hier während der Hurricanzeit viele Boote aufhalten. Doch immer wenn ein Hurrikan über die Karibik zieht, nimmt er uns den Wind weg! Meistens beginnen die Hurricans in Tobago/Trinidad über Barbados und rauf zu den Großen Antillen, wo die Hurrikans dann an Stärke gewinnen. Wenn dies der Fall ist, dann ist es auf den ABC Inseln einige Stunden/wenige Tage windstill.

Kitegrößen: meistens 9-12, außerhalb der Haupt-Windzeit auch größer, in Aruba zu den Hiwinds eher noch kleiner, Taschentuch-Größe, da kanns mal so richtig pfeifen.

Die ABC Inseln werden vom selben Windsystem belüftet. Doch die Spots sind unterschiedlich, genauso wie die Inseln und deren Bewohner. Man ist mehrsprachig aufgewachsen, die Einheimischen sprechen Papiamentu (karibische Sprachmischung, wird nur auf den ABC Inseln gesprochen), meistens Niederländisch, meistens Englisch, viele auch Spanisch.

Zu den verschiedenen Spots:

Aruba
Ist eine touristisch gut (?) erschlossene Insel. Viele große Hotels, hauptsächlich Amerikaner, Pauschaltouristen, Kreuzfahrtschiffe, die ganze Palette.
Fischermens Hut: Der bekannteste Spot auf Aruba, Flachwasser, Sand, Stehbereich, Kite- und Windsurfer, langer idyllischer Sandstrand, Infrastruktur, aber der Wind von der anderen Seite über die Insel, deswegen ablandig und sehr böig.
Boca Grandi: am unteren Ende der Insel, eine kleine schöne Bucht mit netter Welle, draußen am Riff besser, hauptsächlich Locals, ist nicht so groß der Spot, mit einigen Kitern wird's voll.
In Aruba kann man günstig Surf-Material kaufen.


Bonaire:

ist die verschlafenste Insel der ABC Gruppe. Bietet hauptsächlich Urlaubswerte, wie schöne Strände, Idylle, eher kleinere schönere einfachere Hotels/Häuser/Apartments; abends wenig los. Bekannt für: Schönes Tauchrevier, Wassersport perfekt, toller geruhsamer Urlaub, Sicherheit und europäisch-karibischer Standard, Relax.
Kitespots im Süden (Atlantis, Pink Beach,..) ablandig, daher ein wenig böig, aber Flachwasser. Kiteschule (sehr freundlich und hilfsbereit.
An der Nordküste in der Mitte circa, gibt es eine große stehtiefe Bucht, Lac Bay, traumhaft schön. Wind direkt vom Meer, super konstant, Flachwasser soweit Auge reicht, Welle am vorgelagerten Riff, Sandstrand, aber leider reserviert für Windsurfer. Manchmal zu bestimmten Stunden auch für Kiter befahrbar. Kitesurfer können aber seitlich starten und außerhalb der Lac Bay surfen, dort gibt's auch Welle. Nicht riesig, aber immerhin ganz nett!
Abends genießt man die verschiedenen Happy-hours, den Sunset, und im Zentrum gibt's ein paar Lokalitäten, happyhours sind beliebt. Perfekt für Urlaub, nicht um dort zu leben.


Curacao:

ist eine ursprünglichere Insel, die den Massentourismus noch nicht inhaliert hat. Wunderschöne Altstadt, liebenswerte Menschen, gute Infrastruktur, gutes Rechts- und Bankensystem, aber: keine langen Sandstrände, sondern lauter kleine Buchten. Öfters auch naturbelassen. Tourismus vorhanden, alle Kategorien, doch keine/kaum Hotel-Betten-Burgen wie in Aruba. Hier geht alles noch ein bissl gemütlicher ab, hier man noch mehr vom Leben haben. Gilt als Tauchparadies, weil viele Wracks in geringer Tiefer einfach zu betauchen sind, und weil die Unzahl an Buchten verschiedene Bedingungen gibt. Bootstauchgänge sinnlos, alles von Land aus betauchbar. Auch gibt es einen Unterwasser-Auto-Friedhof, wo man gesäuberte Auto-Wracks versenkt hat. Natürlich hat sich die Natur schon mit Bewuchs und Korallen wieder alles geholt, doch steht man dann in 30m Tiefe am Steuer eines alten Trucks und sucht den Blinker….ist wohl eine andere Geschichte.
Curacao hat wirtschaftliche Vorteile, einen wunderschönen Carnival, im vergleich zu allen karibischen Inseln sehr sicher (holländische Marine, amerikanisch-holländische Küstenwache, amerikanische Luftüberwachung).

St.Joris-Bay:
Ist eine große unbewohnte Bucht an der Nordküste, wobei der Wind über ein Hügel-Massiv weht, weshalb er manchmal extrem böig ist. Durch diese unterschiedlich hohen Hügel bläst der Wind an manchen Stellen aus leicht unterschiedlichen Richtungen, was das Windsystem für Anfänger nicht gerade einfach macht. Die Bucht ist groß, bei gutem Wind sehr kabbelig. Es ist ein eher steiniger Strand, erdig, im Wasser verstecken sich auch gerne Seeigel, weshalb Schuhe anzuraten sind. Es gibt einen Start-Landebereich, der von allen "Pickas"(=superstachelige Bäume) und den umgrenzenden Kakteen frei gemacht wurde. Es gibt wenig Schatten, kein Fliesswasser und leider auch keinen Kiteshop.
Die Anfahrt dorthin ist mit einem normalen PKW möglich, sollte Flut sein ist das letzte Stück schlammig, ungeübte Fahrer bleiben stecken.
Klein-Curacao: eine kleine unbewohnte Insel ca 30min-2h Bootsfahrt von Curacao, mit tollen Sandstrand und flachen Wasser, ohne Steine, guter Wind, Schattenplätze, ablandiger Wind. Bootsfahrt je nach Anbieter 100$/Tag, je nachdem was includiert ist. Am besten außerhalb der Haupt-Saison, unter der Woche, dann ankern weniger Boote und man hat mehr Platz am Wasser.
Curacao ist für einen Kiter keine Traumdestination, da der Wind böig ist, und die Spots eher bescheiden; lediglich Klein Curacao ist ein Hammer, aber teuer täglich anzufahren.
Canoa: Wellenspot direkt vor einem Fels-massiv, ist nur für Wave-Surfer reserviert.
Die anderen Sports (Marie Pompoen, Corridor, Ost Punt, Westpunt nur mit Boot zu empfehelen, und weiter am Meer, wo der Wind konstanter ist...



Kiteschule in Curacao: http://www.curacaokiteboarding.com
Salamucci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2013, 16:49   #2
joergonwater
Benutzer
 
Registriert seit: 05/2006
Beiträge: 27
Standard Curacao Februar 2013

Da ich gerade vor Ort bin (Curacao) noch ein paar Anmerkungen aus Sicht des extra angereisten Kite-Touristen. Ansonsten danke für den ausführlichen Bericht Salamucci.

Anreise: KLM oder Air Berlin, wobei bei KLM der Kite-Bag mit 200 € pro Strecke natürlich der Hammer ist.

Mietwagen: Ein Muss! Ohne geht hier nichts. Taxis sind schweineteuer (abends um die 25 US $ pro Fahrt, auch bei Strecken von nur 10 Minuten). Private Fahrer fahren für 15 US $ bei Kurzstrecken, wenn man etwas verhandelt und man mal einen gefunden hat. Allrad für St. Jorisbay nicht zwingend (geht noch so gerade) für Ausflüge zu ein paar schönen, naturbelassenen Stränden aber empfehlenswert.

Busse: Grosse Busse fahren verschiedene Rundkurse auf der Insel. Um von A nach B zu kommen muss man aber eigentlich immer erst in's Zentrum und von da dann zum Ziel zu fahren. Günstig aber nicht gerade oft. Auf den selben Routen verkehren Minibusse, auch günstig aber unregelmäßig. Lange Wartezeiten am zentralen Umsteigepunkt nötig (Ein abendlicher Ausflug mit den Öffentlichen/Minibussen zur Beachparty kann bei 10 km reiner Fahrstrecke schon mal ein-einhalb bis 2 Stunden dauern). Ab Abends nimmt die Frequenz dann rapide ab, ab spätestens 22:00 Uhr ist Schluss mit public transport.

Orientierung/Telekommunikation: Prepaid Handykarte mit Datenoption (UTS/Chippie). In den Stores Prepaid-Karte kaufen, Datenoption dazu (Flatrate, 40 € Cent am Tag) und dann per Google Maps. Bietet zwar keine echte Navifunktion, aber mit der eingeblendeten Route und dem Standortmarker des GPS kommt man ziemlich gut klar. Mit dem Handy und der Prepaid-Karte ATE ON als SMS an 5555, dann ist die Flatrate geschaltet. Super Service von UTS: Wenn der Datenzugang nicht klappt zum UTS Business-Store, Schottegatweg Oost, neben dem Kentucky Fried Chicken, am Empfang melden und die freundlichen Helfer richten einem den Datenzugang ein. Thumbs up!

Drink and Drive: Aus oben beschriebenen Gründen fährt hier eigentlich jeder besoffen. Der Eindruck drängt sich jedenfalls auf. Habe bei den abendlichen Beach-Parties Leute gesehen, die kaum noch den Schlüssel in die Autotür bekommen haben, dann aber fröhlich losfuhren. Kümmert es die Polizei? Nicht wirklich, sonst könnten die sich an den einschlägigen Party-Locations hinstellen und praktisch jeden Fahrer hops nehmen. Entsprechend gefährlich ist natürlich auch der nächtliche Verkehr. Es ist zwar wenig los, man sollte aber davon ausgehen, das praktisch jeder andere Verkehrsteilnehmer dicht ist. Fazit: Wenn nichts passiert kümmert es hier keinen, wenn's aber kracht, hat man ein echtes Problem an der Backe. Also, besser nicht machen.

Nightlife: Jede Location hat Tage, an denen was abgeht. Grundsätzlich, sehr holländisch und ziemlich jung (Es gibt viele holländische Praktikanten hier, die für ein halbes oder ganzes Jahr auf Curacao sind oder im Tourismus arbeiten). Zur Zeit: Dienstags/Donnerstags Grand Cafe De Heeren oder Omundo (beides an der selben Ecke), ab 22:00 Uhr, ehr noch später, etwas "älteres" Publikum. Eher städtisch (also eher lange Hose und ein bisschen mehr aufgebrezelt). Club Cinco (ehemals Tantra Lounge), eher jung, halt Praktikanten nach dem Abi, auch städtisch. Vorsicht, die Happy Hour einmal 10 ANG (ca. 4,10 €) für den Becher zahlen, dann eine Stunde nachfüllen, ist n ziemlicher Rip-Off, da man zum Ende der Stunde konsequent ignoriert wird. Style, Stampf-Housebeats. Freitags: Beach-Party @ Wet&Wild (Seaaquarium Beach). Startet mit der Happy-Hour und geht dann in die Nacht. Style = Beachstyle, Boardshorts. Musik: Latin und House und Partymukke. Samstag Zansibar @ Jan Thiel Beach. Beachstyle, Lievbands (Rock, Latin, Stampfhits), später DJs. Sonntags: Cabana Beach Club (gleich neben Wet&Wild), schon tagsüber Party-Stampf House Beats, ab der Happy-Hour im Wet&Wild migriert das Publikum dorthin. Ziemlich grosse Party. Mambo Beach (liest man ständig im Web) wird gerade erweitert und geht gerade nicht.

Jetzt natürlich das wichtigste, Kiten: Der wichtigste Kitespot ist natürlich St. Jorisbay. Die Locals sind echt alle super nett, kein typisches Local-Gehabe. Vor Ort keinerlei Infrastruktur ausser 2 Unterständen mit ein paar Sitzgelegenheiten. Von den Locals selbst zusammen gezimmert. Alles mitbringen und auch alles wieder mitnehmen (Müll). In der Straussen-Farm gleich neben an gibt es ein Restaurant.

Anfahrt: Straussen-Farm (Ostrich Farm), dann über den Schotterweg bis zum Wasser, links ab über den kleinen Hügel, direkt am Wasser der Bucht lang, dann sieht man schon den Startplatz. Um den Container rum und am Besten auf der Wasserseite des Hügels parken. Während der Woche wurden schon mal Autos aufgebrochen.

Wind: Auflandig in die Start-Bucht rein. Kitegrössen so 9-12. Böig, sagte ich böig? Ich meine BÖIG. Die kleine Insel in der Bucht schlägt einen Windschatten, der je nach Windrichtung wandert. Also, besser links oder rechts des Windschattens kreuzen (Oder sich durcharbeiten, wenn man den ganzen Schlag fahren will). Ich hab mich langsam an den Wind gewöhnt. Man kann aber locker innerhalb von 2 Minuten 12 aber auch 22 Knoten haben. Bei Schwachwind etwas konstanter (so 15-17 knt.). Wolken über der Bucht machens dann nochmal unkonstanter.

Rund um's auflandige Windufer ziemlich viel Scheiss . Kakteen, Stachelbäume, Mangroven, Reste von alten Piers und n rostiger Kahn. Also, im Zweifel besser auslösen, Kite einpacken und durch den modrigen Grund an Land gehen/schwimmen. Ansonsten am Einstieg Kiesel und Rock und Modder. Booties empfohlen. Vor dem kleinen Hügel am Wasser ein Stehbereich. Dort wird natürlich geschult, also ist der Bereich öfters dicht.

Kabbel mit kleinen Windwellen, Bump&Jump, Wassertemperatur Boardshorts. Während der Woche vielleicht 6-8 Kiter, am WE so um die 20 max. Genug Platz allemal.

Mein Fazit: Sicher nicht der klassische Kitesurfspot für den reinen Kiteurlaub a la DomRep oder Mui Ne. Aber: In zwei Wochen jeden Tag genug Wind von morgens bis abends, böig wie Sau, Tauchen und Beachlife zum Auspannen, freundliche Menschen, nicht gerade billig, gutes Nightlife, auch wenn ziemlich jung und sehr holländisch, Essen und Trinken in allen Preiskategorien...Würd ich wieder kommen? Nicht zwingend. Hab ich's bereut? Auf keinen Fall.

Bei Fragen PM und jetzt wird gefrühstückt und dann auf's Wasser, ist heut ziemlich wolkig, daher lass ich es mal langsam angehen. Sport frei..


Geändert von joergonwater (25.02.2013 um 17:07 Uhr) Grund: Nachtrag Orientierung/Telekommunikation
joergonwater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2013, 14:02   #3
ripper tom
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pix curacao
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