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Alt 13.07.2026, 16:26   #9601
ShortSqueeze
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Zitat:
Zitat von Jan:)! Beitrag anzeigen
Das leuchtet mir nur zum Teil ein.
Wo ist da der Unterschied zu anderen Fortschritten?

Z.B. wenn ich die Schreibarbeit reduziere indem ich einen PC mit Intel CPU verwende?
Findet dann auch die "Wertschöpfung" nicht mehr in Deutschland statt?
Ich finde schon, daß wir früher bei Produktivitätsverbesserungen (Roboter, autonome Fertigungsstrassen in der Automotive etc.) schon selber industriell eingebunden waren. Bei der KI sehe ich DE erstmals wirklich völlig unbeteiligt.

Vorher:
Firma bezahlt Angestellten um Excelsheets zu machen und irgendwelche BWAs zu machen (nur mal als x-beliebiges Beispiel).
Angestellter und Firma führen steuern ab, Angestellter kann KV zahlen, in die Rentenversicherung einzahlen etc.

Danach:
Firma bezahlt OpenAI/Anthropics/Grok damit die KI diese Arbeit macht.
Es findet ein Kapitalabfluss statt, KI ist ein Rohstoff der importiert wird wie aktuell Gas, Öl, seltene Erden etc.
Angestellter ist nun Arbeitslos, bezieht Bürgergeld, KV wird von den noch vorhandenen Arbeitnehmern mitfinanziert etc. Rentenproblematik wird weiter verschärft. Die Gewinne der KI Unternehmen werden nicht bei uns versteuert sondern in den USA und stehen dem dortigen Haushalt zur Verfügung.

Mir ist nicht klar, wie das irgendwie gut gehen soll.
Es ist ja aktuell auch so, daß KI Firmen in DE, wenn sie denn wirklich mal erfolgreich sind oder tolle Ideen haben, sofort von den Marktführern in den USA aufgekauft werden. Es ist für mich nicht vorstellbar, daß hier in Europa noch irgendeine Konkurrenz zu den großen Playern in den USA entstehen kann.
Wir werden zwangsläufig zu einer digitalen Kolonie zurück entwickeln.
Und geraten zusätzlich in weitere Abhängigkeiten.

Auf Sicht von 20 Jahren denke ich wird sich der Euro gegen Dollar halbieren.
ShortSqueeze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.07.2026, 17:18   #9602
Jan:)!
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Zitat:
Zitat von ShortSqueeze Beitrag anzeigen
Vorher:
Firma bezahlt Angestellten um Excelsheets zu machen

Danach:
Firma bezahlt OpenAI/Anthropics/Grok damit die KI diese Arbeit macht..
Ich sehe den Unterschied zur Nutzung eines PC's nicht
Die "Wertschöpfung" ist doch das was die Firma am Markt absetzen kann.

Die Firma verkauft das z.B. für 10.000.000 pro Jahr und hatte bisher 5.000.000 Personalkosten. Jetzt reduziert sie die Personalkosten auf 1.000.000.
Ist doof für die Angestellten und auch für die Sozialkassen, aber die Wertschöpfung bleibt doch.

Verstehe den strukturellen Unterschied nicht zu jetzt, wo für Effizienzsteigerungen Geld an Dell, Microsoft und Amazon geht. Die entscheidende Frage ist doch, ob die Firma eine sinnvolle Verwendung für das eingesparte Geld hat und sich damit gut am Markt positionieren kann.

Dass der Umbruch für viele ein riesiges Problem wird, sehe ich auch.

Aber bei unserer Regierung ist das doch gut aufgehoben. Man sieht ja, wie das Thema bei denen auf Position Eins steht und alles dafür getan wird, dass Deutschland auf die Veränderungen gut vorbereitet ist. Ok, nicht ganz, ist halt für uns alle Neuland.
Jan:)! ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2026, 10:14   #9603
Ratte im Labyrinth
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Nochmal zu Kenfo, dem mutmasslichen Verwalter der Mittel für die zukünftige Kapitalrente. Ein letztes Mal, dann muss ich damit aufhören.

Die 2025 Ergebnisse sind da: Rendite von 6.2%
https://www.kenfo.de/fileadmin/press...2026_final.pdf
https://www.private-banking-magazin....jahresbericht/

Das Handelsblatt dazu:
Zitat:
Deutschlands erster Staatsfonds liefert starke Zahlen. Der Kenfo – eigentlich gegründet, um die Atommüll-Entsorgung zu finanzieren – erzielte 2025 eine Rendite von 6,2 Prozent und damit deutlich mehr als den Zielwert von 3,95 Prozent. Die Zahlen kommen zum richtigen Zeitpunkt: Die Rentenkommission der Bundesregierung hat den Kenfo explizit als Vorbild für die geplante Kapitalrente genannt, in die jährlich rund 35 Milliarden Euro fließen sollen. Was das für Millionen Rentenversicherte bedeutet, haben Martin Müller und Sophia Ulrich untersucht.
Wird natürlich gefeiert, weil die Zielrendite übertroffen wurde – die liegt nämlich tatsächlich bei stolzen 3.95%, keiner weiss warum. Bei einer Inflationsrate von 2.2% in 2025, was soll man dazu sagen.
Zum Vergleich: Dax war +22%, S&P 500 +18%, MSCI World +22%.
Langsam muss man sich wohl doch wünschen, dass wir die Sache mit der Kapitalrente lieber lassen. Wir können es einfach nicht.


Geändert von Ratte im Labyrinth (16.07.2026 um 10:43 Uhr)
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Alt 16.07.2026, 10:26   #9604
zournyque
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Zitat:
Aktienquote sinkt leicht, USA bleiben dominant
Das Portfolio besteht weiterhin überwiegend aus Aktien mit einem Anteil von 35,1 Prozent. Es folgen Unternehmensanleihen mit 26,4 Prozent, Staatsanleihen mit 15,7 Prozent, illiquide Anlagen mit 14,3 Prozent und Immobilienaktien mit 6,0 Prozent.

Bei der regionalen Verteilung der Aktienanlagen führen die USA mit 29,0 Prozent vor Japan mit 9,3 Prozent und Großbritannien mit 7,4 Prozent. Bei den Branchen liegt Technologie mit 18,7 Prozent vorn, gefolgt von Industrie mit 13,8 Prozent und Banken mit 12,2 Prozent.
Ouch, das klingt gemessen daran wirklich nicht nach einem guten Ergebnis.
zournyque ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2026, 19:38   #9605
SharkRider
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"Das Portfolio besteht weiterhin überwiegend aus Aktien mit einem Anteil von 35,1 Prozent." - Der Satz sagt doch eigentlich schon alles


"Die 2025 Ergebnisse sind da: Rendite von 6.2%"

Man könnte ja jetzt argumentieren, das ein einzelnes Jahr die Wertentwicklung nicht Objektiv darstellt. Daher habe ich per ChatGPT mal die Entwicklung seit 2000 als Chart erstellen lassen. Fazit: Ich lege mein Geld lieber selber an
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Alt 16.07.2026, 20:05   #9606
SharkRider
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Zitat:
Zitat von ShortSqueeze Beitrag anzeigen

Danach:
Firma bezahlt OpenAI/Anthropics/Grok damit die KI diese Arbeit macht.
Es findet ein Kapitalabfluss statt, KI ist ein Rohstoff der importiert wird wie aktuell Gas, Öl, seltene Erden etc.
Angestellter ist nun Arbeitslos, bezieht Bürgergeld, KV wird von den noch vorhandenen Arbeitnehmern mitfinanziert etc. Rentenproblematik wird weiter verschärft. Die Gewinne der KI Unternehmen werden nicht bei uns versteuert sondern in den USA und stehen dem dortigen Haushalt zur Verfügung.
Denke das siehst Du und viele Andere zu pessimistisch. Ich würde eher drauf wetten, dass die AI modelle in spätestens 10 Jahren lokal auf dem Rechner vom Entwickler laufen und die Firmen maximal eine Lizenz für ein AI model bezahlen - sofern diese nicht bereits in der Lizenz für die IDE/Softtware integriert ist. Selbst heute kannst einige, kostenlose!!! AI Modelle bereits lokal zum Software entwicklen laufen lassen; sind halt noch deutlich langsamer als auf n Server. Aber die Hardware wird besser und die Modelle kleiner/effizienter.

Klar gibt es auch gegenteilige Aussagen wie vom Nvidia-CEO Jensen Huang, der sich mal in einem All-In Podcast äußerte, dass er "zutiefst alarmiert" wäre. Seiner Ansicht nach sollte ein Entwickler oder Forscher, der 500.000 US-Dollar verdient, im Jahr mindestens 250.000 US-Dollar für KI-Token (Rechenleistung) ausgeben, um die eigene Produktivität zu maximieren.

Das halte ich allerdings für völlig übertrieben. Ich vermute das Gegenteil - AI wird wie das Internet Commodity. Jeder hat es, jeder nutzt es. In der meisten Software (wie Office, Photoshop, InteliJ, Android Studio etc.) ist es tief integriert - um die Produktivität des Anwenders zu steigern. Also eher Evolution statt Revolution.

Letztlich ist es auch unsere Entscheidung, ob wir ein AI model, das in einem Rechnenzentrum in den USA oder in EUROPA (e.g. AWS Ireland) läuft, nutzten. Wenn wir unsere Daten, den Stormverbrauch und ggf. Steuern (sofern AWS so etwas überhaupt zahlt ) in der EU halten wollen... Würde es also eher mit der aktuellen Dominanz der Hyperscaler im Cloud Bereich vergleichen.
SharkRider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2026, 08:54   #9607
ShortSqueeze
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wie selbstverständlich und tiefgreifend die Korruption in den USA inzwischen ist, zeigt der Fall von Kelly Loeffler, Senatsmitglied und Chefin der US-Behörder für kleine Unternehmen, die vor dem SpaceX IPO bereits investiert hatte und ihren Einsatz vervielfacht hat.
https://de.marketscreener.com/boerse...7f5ed3d08dfe24

Zahlen tun das alles die passiven ETF Investoren (NQ, MSCI World etc.), also fast jeder. Das Spiel war so genial wie es abgekartet war.
Und natürlich die Vollidioten die gedacht haben die Aktie wäre bei 135 Dollar günstig bewertet und den Dreck selber gekauft haben. Oder bei 220 Dollar. Inzwischen von 220 auf 124 Dollar runter.
ShortSqueeze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2026, 10:40   #9608
Ratte im Labyrinth
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Könnte mir vorstellen, dass sich langlaufende Anleihen jetzt tatsächlich allmählich stabilisieren werden. Grund ist, dass ich die Befürchtungen am Markt, dass die etwas hartnäckige Inflation weiter zu steigenden Renditen führen könnte, nicht so recht kaufe. Ich bin nämlich der Meinung, dass Zinserhöhungen nicht zielführend sind, wenn die Ursache der Inflation nicht überhitzte Wirtschaft ist, sondern nur steigende Inputkosten (hier Öl). Die Inflation würde dann zwar schon sinken, aber um den Preis einer abgewürgten Wirtschaft, was dann irgendwann auch wieder dämpfend aufs Zinsniveau wirken würde.

Dennoch, eine grosse Wette drängt sich hier m.E. noch nicht auf. Wenn Anleihen, kaufe ich derzeit Kurzläufer zum Geldparken.

Eher würde ich derzeit darauf setzen, dass Gold jetzt allmählich nahe am Boden ist. Ich werde meine Goldposition jetzt zwar zunächst einmal drehen (um die verbliebenen Gewinne, die nun steuerfrei sind, einmal zu kristallisieren), möchte sie aber im Grundsatz gerne als Investitionsreserve für einen möglichen stärkeren Rückgang am Aktienmarkt behalten oder sogar ausbauen.

Eine (kurzfristige) Alternative wären vielleicht auch Goldaktien (Newmont, Barrick), die normalerweise einen gewissen Hebel auf Gold haben und im Gegensatz zu letzterem auch Cash produzieren. Zunächst habe ich Platinwerte zurückgekauft, die Dynamik sollte hier ähnlich sein: Impala (30% gefallen seit ich sie Ende Dezember verkauft habe) und Sibanye, beide fundamental günstig wie meistens.

Die anderen wesentlichen Zukäufe aus den letzten Tagen sind alles Erholungswetten von moderat bewerteten aber im Grunde soliden Aktien:
  • Eckert & Ziegler: Bafin-Untersuchung (zu Themen, die mir eher unbedeutend scheinen)
  • IBM: recht deutlicher Absturz nach enttäuschenden, aber eigentlich gar nicht so schlechten Zahlen mit anscheinender Bodenbildung
  • Oracle: vage Hoffnung, dass sie ihre irren Investmentpläne in Data Centers irgendwann schieben/strecken und damit wieder zu ihrem Wesen als solide Cash Cow zurückfinden.
Ansonsten sieht es so aus, als könnte die Software-Erholungswette ein wenig Fahrt aufnehmen (SAP, Adobe, Sales Force). Ähnlich ungeliebte Werte aus verwandten Bereichen, die man sich langsam mal ansehen könnte, wären Accenture und Cap Gemini.

Insgesamt ist die Welt immer noch ganz in Ordnung, nur noch 2% unter ATH von Ende Mai, also ytd +22%, auch dank des nun vierten geglückten kurzfristigen Short auf Öl seit der Spuk im Iran begonnen hat. Bis es neue Ideen/Erkenntnisse gibt, ist jetzt erstmal Sommerpause angesagt.


Geändert von Ratte im Labyrinth (28.07.2026 um 17:52 Uhr)
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Alt 18.08.2026, 07:00   #9609
RS964
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Hier wurde schon lange nichts mehr geschrieben, ich habe Space x bei 105 gekauft.
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Alt 18.08.2026, 18:46   #9610
Ratte im Labyrinth
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Zitat:
Zitat von RS964 Beitrag anzeigen
Hier wurde schon lange nichts mehr geschrieben, ich habe Space x bei 105 gekauft.
Na dann hast du doch einen hübschen Bounce erwischt, gegen jede fundamentale Logik, aber das macht ja nichts.

Die Aktien vom letzten Post sind alle hübsch im Plus, ausser Eckert & Ziegler, die eher bei plusminus null.

Habe gestern ein paar arme, misshandelte Cash-Flow Monster als Erholungswetten gekauft: Intuit, Netflix, Copart, Fair Isaac, Rollins. Guter Start heute, alle im Plus in einem ansonsten negativen Markt. To whomever this may concern.
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Alt 24.08.2026, 07:13   #9611
Mahori
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In den letzten Wochen war es schwierig. Ich habe das Gegenteil von Diversifizierung gemacht, um einmal den Überblick besser zu behalten und zum anderen musste ich etwas mehr arbeiten und zuletzt: es ist Sommer.

Bei: DWS habe ich was liegen lassen, nach rasantem Anstieg bei 66€ verkauft und nach dem Rücklauf nicht wieder rein.
Die gut gestarteten Howmet sind jetzt etwas im Minus und MucRe ist auch raus.
Dafür MPS aufgestockt und ne kleine Position RobbinHood bei 78 erstanden. Die Rocketlab waren leider nix, die werden wohl in diesem Moment ausgestoppt.

Ja ich arbeite wieder mit Stopps, weil sonst ggf zu viel Kapital im Minus hängt und das will ich vermeiden.

Insgesamt wurde die Entnahme in Februar ausgeglichen und das Depot ist letzte Woche kurz mal auf ATH gewesen, jetzt wieder deutlich drunter.
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Alt 24.08.2026, 12:01   #9612
Lars Vegas
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Zitat:
Zitat von RS964 Beitrag anzeigen
Hier wurde schon lange nichts mehr geschrieben, ich habe Space x bei 105 gekauft.
ich hab voll aufs Maul bekommen....bei irgenwas um 180 rein und bei um 90 raus....

Zitat:
das Depot ist letzte Woche kurz mal auf ATH gewesen
same for today
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Alt 24.08.2026, 16:47   #9613
ShortSqueeze
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mein Depot ist auch ATH, Golderholung, ein paar BTC und Ether Positionen.
Voll aufs Maul bekommen und die Performance viel schlechter als möglich gewesen wäre hab ich durch
1) zu viel Cash und warten auf Rücksetzer
2) Anleihen (bis auf die NOK Anleihen, da bin ich 6% im Plus)

Ich check die Zinsentwicklung einfach nicht. Die Inflationserwartungen für 2028 liegen knapp über 2%, Realrendite in den USA aktuell >2%. Und das angesichts sich auftürmender Zinszahlungen.
Ich erwarte nach wie vor massives Eingreifen am langen Ende, die paar Aktionen letzte Woche von Bessent waren eher ein Witz. Das muss ne volle Breitseite sein mit Unterstützung der FED. Dort reden ja einige aber immer noch von Zinsanhebungen (völlig lächerlich).
Ab 2028 kommt es sowieso zu ziemlichen KI bedingten Verwerfungen am Arbeitsmarkt.
Kurzum: Ich denke immer noch daß meine Idee long Duration irgendwann auf geht, aber war massiv zu früh.
Auch Euro ist viel zu stark.
Wir stehen vor den Wahlen in Frankreich, vielleicht wacht die Welt dann auf wenn nach der Wahl von links oder rechts Wahlgeschenke verteilt werden.
Frankreichs Finanzen sind nicht mehr zu retten.
Ich hab manchmal das Gefühl, daß die Welt nur auf die Probleme im Dollarraum schaut und vergisst, daß der Euro noch viel mehr strukturelle Probleme hat.
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Alt 25.08.2026, 08:08   #9614
Ratte im Labyrinth
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Zitat:
Zitat von ShortSqueeze Beitrag anzeigen
Ich check die Zinsentwicklung einfach nicht. Die Inflationserwartungen für 2028 liegen knapp über 2%, Realrendite in den USA aktuell >2%. Und das angesichts sich auftürmender Zinszahlungen.
Ich erwarte nach wie vor massives Eingreifen am langen Ende, die paar Aktionen letzte Woche von Bessent waren eher ein Witz. Das muss ne volle Breitseite sein mit Unterstützung der FED. Dort reden ja einige aber immer noch von Zinsanhebungen (völlig lächerlich).
...
Ich hab manchmal das Gefühl, daß die Welt nur auf die Probleme im Dollarraum schaut und vergisst, daß der Euro noch viel mehr strukturelle Probleme hat.
Die von den Finance Monkeys angeführten Gründe für die nicht fallenden US-Zinsen (am langen Ende), kennst du ja sicher: die Staatsverschuldung dürfte in US auf Sicht stärker steigen als in EU – und das von einem schon deutlich höheren Niveau aus (das Pensionsthema findet bei dieser Betrachtung ja keine Beachtung…). Getrieben wird das durch ein höheres strukturelles Haushaltsdefizit in US (Trump lässt grüssen…) von immerhin c.7-8% dieses Jahr. https://www.reuters.com/business/dev...nt-2026-07-21/
Abgesehen davon gibt es derzeit ungewöhnlich reichhaltige Möglichkeiten, Geld anderweitig zu verbrennen (AI-Investments). Und was die sinkende Inflation betrifft, traut man diesem Braten noch nicht vollständig. Entsprechend ist die Nachfrage nach US-Langläufern derzeit halt ziemlich mau.

Persönlich denke ich, dass diese Themen nun aber auch hinreichend totgeritten sind und wir zumindest kaum noch einen weiteren Zinsanstieg in US sehen werden. Allerdings auch keine schnelle Entspannung. Dass die Fed mittelfristig eingreift, sehe ich nicht und solche Aktionen wie die von Bessent nützen halt nichts. Es reicht halt nicht, nur zu denken, dass man allmächtig sei; um den US-Bondmarkt zu beindrucken, müsste man das auch tatsächlich sein.

Das hier war vor vier Wochen (#9608):
Zitat:
Dennoch, eine grosse Wette drängt sich hier m.E. noch nicht auf. Wenn Anleihen, kaufe ich derzeit Kurzläufer zum Geldparken.

Eher würde ich derzeit darauf setzen, dass Gold jetzt allmählich nahe am Boden ist. Ich werde meine Goldposition jetzt zwar zunächst einmal drehen (um die verbliebenen Gewinne, die nun steuerfrei sind, einmal zu kristallisieren), möchte sie aber im Grundsatz gerne als Investitionsreserve für einen möglichen stärkeren Rückgang am Aktienmarkt behalten oder sogar ausbauen.

Eine (kurzfristige) Alternative wären vielleicht auch Goldaktien (Newmont, Barrick), die normalerweise einen gewissen Hebel auf Gold haben und im Gegensatz zu letzterem auch Cash produzieren. Zunächst habe ich Platinwerte zurückgekauft, die Dynamik sollte hier ähnlich sein: Impala (30% gefallen seit ich sie Ende Dezember verkauft habe) und Sibanye
Bisher hat die Kristallkugel recht gut funktioniert: Anleihenrenditen stabil, Gold +16%, die Platinminer +41% bzw. +35%.

Bei mir ist das Portfolio ebenfalls auf ATH, bei +37% ytd (Aktien und Rohstoffe only als Basis, ohne Cash). Das ist aber auch tw. davon getrieben, dass ich dieses Jahr den Marginrahmen auf dem IB-Konto etwas stärker nutze. Letzeres steht dadurch dieses Jahr vorläufig tatsächlich bei +230% und leistet damit einen wesentlichen Beitrag. Die zugrundeliegenden Einzelwerte habe ich hier ja grossteils schon erwähnt: Intel (+180%, verkauft), Centene, IBKR, Freeport (je +60-90%), Gerresheimer, Teekay, Ero Copper, Thyssen, SAP, CMBT, Bayer (je +30-50%), Adobe, Sales Force, Oracle (je ca. +20%). Dazu ein Moderna-Short nach dem irren Anstieg, der ganz ok ist, aber nun stagniert und wohl demnächst rausfliegt. Wirklich negativ sind da im Moment nur Stellantis, Pagseguro und Centrus.

Insgesamt war die Erholung im letzten Monat bei mir dazu stark getragen von Miningwerten (die schlagen bei mir immer stark zu Buche), während Finanzwerte gemischt und Versorger zäh waren.

Inhaltlich werde ich zunächst nichts ändern, ausser den Hebel übers Marginkonto wieder allmählich zu reduzieren, vielleicht sehen wir ja doch mal den ersehnten Rücksetzer. Und wahrscheinlich die Goldposition etwas vergrössern. Anleihen höchstens kurzlaufende zum Parken.

Ach ja, zum Thema Bitcoin: Bessent sei Dank, kratzt meine missratene MSTR-Position zumindest wieder am Einstiegskurs; hier bin ich etwas ratlos. Wir haben also gelernt, dass der US-Finanzminister zwar den Bondmarkt nicht bewegen kann, wohl aber den Bitcoin-Kurs, keine Ahnung wie es hier weitergeht.

***
Nachtrag - Druckenmiller über Bessents Bemühungen: https://www.theguardian.com/business...-druckenmiller
Zitat:
Addressing this primary deficit is the “only thing that durably lowers long-term yields”, Druckenmiller wrote


Geändert von Ratte im Labyrinth (27.08.2026 um 08:25 Uhr)
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Alt 31.08.2026, 11:54   #9615
Ratte im Labyrinth
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Ich verspüre übrigens gerade das Bedürfnis, etwas abzusichern - es brodelt ja so einiges in der Welt während die Kurse im Sommerloch zuletzt einfach nur stumpf gestiegen sind.

Habe daher soeben aus meinen deutschen Depots ca. 15% aller Aktien verkauft, mit dem Ziel in Summe nicht allzuviel Steuer zu kristallisieren, also einen Mix aus Verlieren und zuletzt trägen Gewinnern plus Teilverkäufe bei zu gross gewordenen Positionen.
Sobald die US-Börsen aufmachen, werde ich ähnliches aus dem IB-Depot tun. Plus die verbleibenden grossen Positionen für zunächst ca. 6 Wochen mit einem "zero cost collar" absichern, also mit einem verkauften call (der das upside begrenzt) und einem gekauften put (der das downside begrenzt).

Ich glaube einfach aus verschiedenen Gründen, es ist momentan nicht der richtige Zeitpunkt um zu gierig zu sein. Und meine Windfall-Profits sind ytd einfach zu hoch um sie vollumfänglich im Feuer stehen zu lassen.
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Alt 04.09.2026, 08:07   #9616
Lars Vegas
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Zitat:
Ich verspüre übrigens gerade das Bedürfnis, etwas abzusichern - es brodelt ja so einiges in der Welt während die Kurse im Sommerloch zuletzt einfach nur stumpf gestiegen sind.
Ich könnte etwas investieren, weiß aber auch nicht worein. Könnte es parken in einem Geldmarktfonds oder im Tagesgeld.

https://www.ifo.de/fakten/2026-09-03...innen-oberhand
Lars Vegas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2026, 09:12   #9617
Mahori
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Kleiner Schock heute, Depot mit 97,5% im Minus...

Der Split bei Amphenol ist für den Brocker wohl nicht so einfach, der Einkaufskurs ist jetzt um drei Stellen verschoben und im Millionenbereich und der aktuelle Wert eben die Anzahl vor Split*Kurs.

Ich bin mir sicher, das bleibt nicht so aber komisch sieht es schon aus und fühlt sich so an. So lernt man immerhin wie es aussieht, wenn man mit großem Geld hantiert.

Edit 1: wenn ich jetzt verkaufe habe ich einen schon großen Verlusttopf, ist nur die Frage, ob das rechtlich trägt...
Edit 2: Einkaufskurs stimmt wieder nur hab ich noch nicht die doppelte Anzahl an Aktien...


Geändert von Mahori (04.09.2026 um 11:25 Uhr)
Mahori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2026, 16:20   #9618
ShortSqueeze
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was Anleihen betrifft hat sich einiges getan.
Der Yen ist quasi nach oben gecrasht, was mich nicht weiter wundert angesichts der extrem pessimistischen Markterwartungen und des carry trades.
Damit hier die Anleihen solide im Plus.
Sehr gut auch die Norwegen Anleihen, inzwischen bei +7.5%.
Nach wie vor schwach die US-Anleihen, im Mittel bin ich hier 2.5% unter Wasser.
Ändert alles nichts an meiner Meinung, daß long Duration der Trade der kommenden Jahre wird, wie immer bin ich einfach nur zu früh.
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Alt 08.09.2026, 09:35   #9619
Ratte im Labyrinth
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Zitat:
Zitat von ShortSqueeze Beitrag anzeigen
was Anleihen betrifft hat sich einiges getan.
Der Yen ist quasi nach oben gecrasht, was mich nicht weiter wundert angesichts der extrem pessimistischen Markterwartungen und des carry trades.
Damit hier die Anleihen solide im Plus.
...
Ändert alles nichts an meiner Meinung, daß long Duration der Trade der kommenden Jahre wird, wie immer bin ich einfach nur zu früh.
Die sprunghaften Yen-Erholungen ggü. dem US$ in den letzten Wochen sind offenbar auf Interventionen der Notenbanken zurückzuführen, der japanischen wie auch der Fed.
https://www.reuters.com/world/asia-p...on-2026-09-07/

Zitat:
(Google KI) Massive, koordinierte Deviseninterventionen: Das japanische Finanzministerium (MoF) hat gemeinsam mit der US-Notenbank zwischen Ende Juli und August 2026 die Rekordsumme von 15,4 Billionen Yen (rund 98 Milliarden USD) in den Markt gepumpt, um den Yen von seinem 40-Jahres-Tief bei über 164 Yen pro Dollar zu stützen. Die Besonderheit dieser konzertierten Aktion schockierte die Märkte und löste die ersten sprunghaften Erholungen aus
Bisher wurde der Effekt am Markt immer mehr oder weniger schnell wieder erodiert. Jetzt, im September seht es erstmals so aus, als könnte ein Trendbruch bevorstehen. Jedenfalls setzt man am Markt jetzt offenbar verstärkt auf Zinserhöhungen in Japan, was den Yen ja weiter stärken könnte – aber für die Kurse der langlaufenden Anleihen eher nicht förderlich wäre. https://www.japantimes.co.jp/busines...yen-gains-154/

Mir persönlich ist die Lage noch zu unübersichtlich um mich in Japan oder US mit Langläufern zu beschäftigen. Japans Staatsfinanzen sind beyond repair und die USA bewegen sich derzeit beschleunigt auf einen ähnlichen Zustand hin. Wieder dürfte dann der einzige Weg zu einem real halbwegs stabilen Schuldenstand in längerfristig erhöhter Inflation bestehen – was ein nachhaltig sinkendes Zinsniveau (und damit steigende Anleihenkurse) nicht gerade erleichtern würde. Kann schon sein, dass es mittelfristig dennoch anders kommt, aber ich finde gerade keinen guten Grund, diese Wette zu nehmen. Fühle mich daher (für den Teil meines Portfolios, der nicht aus Aktien besteht), wohler mit Gold oder Kurzläufern/Cash als Reserve.

***
https://www.ft.com/content/38d718f6-...syn-25a6b1a6=1
‘I am the house now’: Bessent warns currency traders not to bet against yen
Comments follow July’s rare joint intervention with Tokyo to support Japanese currency

Zitat:
“When we intervene with the Japanese yen, I have pretty good insight into what the Bank of Japan is going to do, what Japanese policymakers are going to do,” Bessent said in an event at Southern Methodist University in Texas on Tuesday.

“I have asymmetric information. I am the house now,” Bessent said. “You can bet against me if you want.”
Die spinnen inzwischen alle da drüben...


Geändert von Ratte im Labyrinth (10.09.2026 um 11:26 Uhr)
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